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Warum ausländische Arbeitskräfte Deutschland verlassen | Portugiesen in Deutschland

05.07.2026 • Paulo Figueiredo
Trabalhadores estrangeiros deixam a Alemanha — estudo mostra motivos e desafios de integração. Warum ausländische Arbeitskräfte Deutschland verlassen

Warum ausländische Arbeitskräfte Deutschland verlassen

Studie zeigt: Bürokratie, fehlende Unterstützung und Integrationsprobleme sind die Hauptgründe

Deutschland zieht weiterhin Tausende qualifizierte Arbeitskräfte aus aller Welt an, steht jedoch vor einem wachsenden Problem: Viele derjenigen, die kommen, verlassen das Land nach wenigen Jahren wieder. Eine neue Untersuchung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) bestätigt, dass der Verbleib von Migranten alles andere als garantiert ist – und dass verschiedene politische und soziale Faktoren diese Entscheidung direkt beeinflussen.

📊 Die Studie: Wer geht – und warum?

Das IAB befragte online Personen zwischen 18 und 65 Jahren, die bis April 2025 nach Deutschland eingewandert waren und sich später entschieden haben, das Land wieder zu verlassen. Das zentrale Ergebnis ist eindeutig: Der Weggang hat nicht nur einen einzigen Grund, sondern ist das Ergebnis einer Kombination von Faktoren, die das berufliche, familiäre und emotionale Leben der Migranten beeinflussen.

Wichtigste Erkenntnisse:

  • Familie: Viele haben Partner oder Kinder im Ausland, was es erschwert, in Deutschland Wurzeln zu schlagen.
  • Sprachintegration: Ein großer Teil derjenigen, die gehen, beherrscht die deutsche Sprache nicht ausreichend, obwohl sie gute Englischkenntnisse haben.
  • Profil der Auswandernden: Sie sind im Durchschnitt jünger, leben kürzer im Land und sind international mobiler.
  • Ziel nach dem Weggang:
    • 60 % kehren in ihr Herkunftsland zurück;
    • 40 % ziehen in andere Länder, vor allem Spanien, Schweiz, Italien und Kroatien.

Laut IAB-Expertin Yuliya Kosyakova steht Deutschland in einem „direkten Wettbewerb mit anderen europäischen Ländern“ um die Bindung qualifizierter Fachkräfte.

🏛️ Bürokratie: das größte Hindernis

Die häufigste Kritik unter Migranten ist die übermäßige deutsche Bürokratie. Die Studie nennt Probleme wie:

  • lange Wartezeiten für Visa, Aufenthaltstitel und Einbürgerungsverfahren;
  • Verzögerungen bei der Anerkennung ausländischer Abschlüsse;
  • hohe Gebühren in Verwaltungsprozessen;
  • mangelnde Unterstützung durch Behörden und teilweise auch durch Arbeitgeber.

Laut IAB-Forscherin Laura Goßner erschweren diese Faktoren „langfristige Planung, Zugang zum Arbeitsmarkt und das Gefühl der Zugehörigkeit zum Land“.

🗣️ Die entscheidende Rolle der deutschen Sprache

Tilman Frank, Vorsitzender des Bundesverbands für internationale Fachkräfterekrutierung, betont, dass die Beherrschung der deutschen Sprache entscheidend für eine erfolgreiche Integration ist. Wenn der Spracherwerb scheitert – sei es durch fehlende Unterstützung oder eine ungeeignete Auswahl der Kandidaten – steigen die Abwanderungsraten deutlich.

🧩 Gefühl der Ausgrenzung: wiederkehrende Erfahrungen

Neben administrativen Hürden berichten viele Migranten von Diskriminierung oder mangelnder Anerkennung, was ihre Entscheidung zu gehen zusätzlich beeinflusst.

Eine frühere IAB-Studie mit 50.000 Migranten zeigte, dass jeder Vierte darüber nachdenkt, Deutschland zu verlassen – selbst unter jenen mit hoher Bildung und guter Integration, also genau der Gruppe, die der deutsche Arbeitsmarkt am dringendsten benötigt.

🔍 Fazit: Anwerben reicht nicht – Integration und Bindung sind entscheidend

Deutschland gelingt es, qualifizierte Fachkräfte anzuziehen, hat jedoch Schwierigkeiten, sie langfristig zu halten. Die Studie zeigt, dass die Bindung von Migranten von schnelleren Verwaltungsprozessen, verlässlicher Unterstützung, wirksamer Sprachintegration und dem Abbau von Diskriminierung abhängt.

Wie Laura Goßner zusammenfasst: „Um Migration erfolgreich zu gestalten, ist es entscheidend, auch den Weggang der Menschen zu verstehen.“

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